DGUV Vorschrift 67 Flurförderzeuge – Hubwagen, Stapler und Lager
Im Lager rattern Handhubwagen, Gabelstapler rangieren Paletten, Engpässe an Kreuzungen – Flurförderzeuge sind Alltag und Unfallquelle zugleich. DGUV Vorschrift 67 (mit Durchführungsanweisungen, ergänzt durch V68/V69) regelt Flurförderzeuge als Unfallverhütungsvorschrift. Sie ergänzt BetrSichV und TRBS 1201/1203 – nicht ersetzen – relevant für Betriebe in Köln und NRW.
Was gilt rechtlich?
Was zählt als Flurförderzeug? Handhubwagen (ohne Antrieb), elektrische Hubwagen, Gabelstapler, Schubmaststapler, Kommissioniergeräte – alles, was warenbewegend am Boden fährt. Auch gemietete Geräte. In der Gefährdungsbeurteilung erfassen: welche Typen, welche Wege, welche Schnittstellen zu Fußgängern.
Die wichtigsten Pflichten lassen sich wie folgt zusammenfassen. Geeignete Geräte wählen. Wiederkehrende Prüfung durch befähigte Person. Unterweisung der Bediener vor erstem Einsatz und bei Änderungen. Sichere Verkehrswege – Trennung Fußgänger/Fahrzeug wo möglich, Geschwindigkeit, Sicht. Praxisbeispiel Handhubwagen: Prüfpflicht Handhubwagen.
Umsetzung in der Praxis
Stapler vs. Handhubwagen: Stapler brauchen Fahrerbefähigung (Theorie und Praxis nach anerkannten Regeln), jährliche Unterweisung, oft jährliche Geräteprüfung. Handhubwagen: keine Staplerschein, aber Prüfung, Nutzer-Sichtkontrolle und Unterweisung in sicherem Handling – Quetschung an Gabeln ist häufig.
Bei Begehungen und Prüfungen fallen häufig folgende Mängel auf. Stapler ohne gültige Prüfung. Handhubwagen ohne Wartung. Fußgänger und Stapler ohne Regelung. Rampen und Querungen unmarkiert. Keine Unterweisungsnachweise. Elektrische Antriebe zusätzlich DGUV V3 für Ladetechnik prüfen.
Schnittstelle Brandschutz: Fluchtwege freihalten, keine Paletten in Wegen, brennbare Lager nicht an Ladezonen. Health and Safety+ – DGUV-Hub, Arbeitsschutz-Ratgeber, Kontakt.
Häufige Fragen (FAQ)
- Braucht jeder Hubwagen-Fahrer einen Staplerschein?
- Nein – für Handhubwagen ohne Antrieb reicht Unterweisung und sichere Benutzung. Gabelstapler und motorisierte Flurförderzeuge erfordern Fahrerbefähigung nach den anerkannten Regeln.
- Wie oft müssen Handhubwagen geprüft werden?
- Keine gesetzliche Pauschalfrist für alle – Intervall aus GBU, Herstellerangaben und TRBS/DGUV, in der Praxis oft jährlich durch befähigte Person plus tägliche Sichtkontrolle durch Nutzer.
- Was ist der Unterschied zu BetrSichV?
- BetrSichV ist die Bundes-Verordnung für Arbeitsmittel. DGUV V67 ist die branchenspezifische UVV für Flurförderzeuge mit konkreten Anforderungen – beide gelten zusammen.