SiGeKo bei Innenausbau im Bestand – Leistungsumfang und Honorar (Praxis)
Umbaumaßnahmen im Bestand – mehrere Gewerke, Betrieb in der Nähe oder teilweise weiter aktiv – lösen dieselbe SiGeKo-Pflicht aus wie Neubauten, sobald Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber nacheinander oder gleichzeitig tätig werden. Ein anonymisiertes Angebot für einen Business-Umbau in Köln zeigt einen praxisnahen Leistungskatalog nach RAB 30.
Was gilt rechtlich?
Leistungsblock Vorplanung und Koordination: Prüfung vorhandener Unterlagen wie Bestandspläne und Brandschutzkonzept, Abstimmung von Bauzeitenplan und Logistik, Erstellung des SiGe-Plans, Abstimmungstermine vor Ort oder remote, Abstimmung mit Facility und Betrieb zu Zugangszeiten und Sperrungen.
Leistungsblock Ausführung: vereinbarte Anzahl Baustellenbegehungen, projektbezogene Einweisungen zu Schnittstellen, Fluchtwegen während des Umbaus, Staub und Lärm, Baustellenordnung, Aushang, Dokumentation offener Punkte, Nachverfolgung bis zur Wirksamkeitskontrolle.
Oft als Zusatzleistung vereinbart: übergeordnete Gefährdungsbeurteilung für das Bauvorhaben, Prüfung eingereichter Gefährdungsbeurteilungen der Gewerke, Sonderbegehungen nach Unfall oder Behördenauflage, erweiterte Abstimmung mit Denkmalschutz oder Mietern, Dach- und Sonderarbeiten wie in Dacharbeiten Bestand.
Honorar richtet sich nicht nach Euro pro Quadratmeter Umbau, sondern nach Schnittstellenanzahl, Betriebszeiten (nur nachts?), Zugangsbeschränkungen, parallelen Gewerken und Anteil besonders gefährlicher Arbeiten. Ein transparentes Leistungsverzeichnis mit Einheitspreisen oder Pauschalen pro Block erleichtert Vergleiche.
Umsetzung in der Praxis
Im SiGe-Plan für Bestand gehören unter anderem: temporäre Verkehrsführung, Absperrung von Fluchtwegen mit Ersatzwegen, Staubschutz, Lärmfenster, Koexistenz mit laufendem Betrieb, Rückbau temporärer Einrichtungen nach Projektende. Facility muss Freigaben schriftlich geben können.
In Köln treiben Innenstadtlage, Anlieferung, Nachbarschaft, geteilte Zufahrten und gleichzeitige Mieterarbeiten den Aufwand häufig in die Höhe. Das gehört ins Angebot – nicht unangekündigt auf die Schlussrechnung.
Tipp für Bauherren: Gewerkeübersicht und Bauzeitenplan vor der Angebotsanfrage bereitstellen. Dann kann der SiGeKo realistisch Begehungszahl und Planungsaufwand kalkulieren. Späte Beauftragung verteuert fast immer.
Abgrenzung: Der SiGeKo koordiniert nur die Baustellen- bzw. Umbauschnittstelle. Für den laufenden Betrieb danach gelten Arbeitsschutz und Brandschutz.
Typische Mängel und Vorbereitung
Beim Innenausbau im Bestand sollten Staub, Lärm, Heißarbeit und gemeinsame Fluchtwege mit laufendem Betrieb im SiGe-Plan stehen – vor Beginn des ersten Gewerks einweisen und dokumentieren.
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Häufige Fragen (FAQ)
- Was umfasst SiGeKo-Leistung beim Innenausbau?
- SiGe-Plan, Einweisungen aller Gewerke, Begehungen, Koordination bei Lageänderung, Übergabeprotokolle, Fortschreibung bei neuen Subunternehmern.
- Besonderheiten Bestand?
- Laufender Betrieb, Asbest/Altlasten prüfen, Staubschutz, Brandschutz temporärer Trennwände, gemeinsame Rettungswege mit Nutzern.
- Typische Mängel?
- Honorar nur Planung ohne Ausführung, keine Begehungen, Lösemittel ohne Lüftungskonzept (Anhang II Nr. 2), fehlende Abstimmung Facility.
- Wo vertiefen?
- Honorar, GBU-Schnittstellen und Ratgeber.