Ist-Zustandserfassung vor externer Fachkraft für Arbeitssicherheit – Ablauf (Köln)
Wer eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit neu beauftragt, sollte nicht mit generischen Vorlagen starten, sondern mit einer strukturierten Ist-Zustandserfassung. Sie ist die Basis für schriftliche Bestellung, Betreuungsplan nach DGUV Vorschrift 2 und realistische Arbeitszeit – ohne Begehung entstehen unrealistische Angebote – relevant für Betriebe in Köln und NRW.
Was gilt rechtlich?
Fall (anonymisiert): Technischer Gebäudedienstleister, Niederlassung Köln – Installation, Wartung, Außendienst. Kennenlerngespräch plus Betriebsrundgang als Einstieg in die Grundbetreuung, nicht als „Kennenlerntermin ohne Ergebnis“.
Unternehmen und Tätigkeiten: Beschäftigtenzahl am Vertragsstandort, Anteil Außendienst und Montage, typische Arbeiten (Schweißen, Kältemittel, Höhenarbeit, Fahrzeugflotte, Kundenbaustellen). Daraus leiten sich betriebsspezifische Betreuungsbausteine ab – nicht nur die Anlagen-Grundbetreuung.
Sicherheitstechnische Aufstellung: Bestehende oder geplante Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt, Sicherheitsbeauftragte bei mehr als 20 Beschäftigten, Ersthelfer, Brandschutzhelfer, Brandschutzbeauftragter, Frequenz des Arbeitsschutzausschusses, Einbindung von Betriebsrat und Fachkraft.
Dokumentation: Gefährdungsbeurteilungen (Stand, Vollständigkeit), Betriebsanweisungen, Unterweisungsnachweise, Prüfbücher (DGUV V3, Regale), Gefahrstoffverzeichnis, Unfallbuch, Notfallplan. Lücken werden als priorisierte Maßnahmen im Betreuungsplan geführt – nicht kaschiert.
Umsetzung in der Praxis
Begehungen und Schulungen: Datum der letzten Sicherheitsbegehung, Organisation der Unterweisungen (digital oder Präsenz), Rückstände. Branchentypisch: Kältemittel, Druckgeräte, PSA, Subunternehmer auf fremden Baustellen – Schnittstelle SiGeKo, wenn der Betrieb als Nachunternehmer tätig ist.
Ablauf vor Ort: zuerst Organisation und Verantwortlichkeiten, dann Rundgang Werkstatt, Lager, Gefahrstoffe; am Ende offene Punkte mit Ansprechpartner bestätigen. Nachgereichte Unterlagen: Organigramm, bisheriger Betreuungsvertrag, Übersicht Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungsmatrix.
Ergebnis: Betreuungsplan mit Prioritäten, ASA-Terminplan (falls mehr als 20 Beschäftigte), Fortschreibung der Gefährdungsbeurteilung, Kick-off-Unterweisungen – Grundlage für erstes Vertragsjahr.
Typische Mängel und Vorbereitung
Vor Vertragsstart sollten vorhandene GBU, Unterweisungsnachweise, Prüfkalender und offene Mängel aus der Vorgängerbetreuung erfasst sein – sonst fehlt die Basis für Betreuungsplan und Prioritätenliste.
Health and Safety+ führt Ist-Zustandserfassungen in Köln und NRW durch – externe Fachkraft, Arbeitsschutz, Ratgeber. Kontakt.
Häufige Fragen (FAQ)
- Warum Ist-Zustandserfassung vor externer SiFa?
- Ohne IST-Analyse sind Betreuungsumfang, Arbeitszeit und Maßnahmenplan unscharf – Risiko für Unter- oder Überbetreuung und Lücken bei der ersten BG-Begehung.
- Was wird erfasst?
- GBU-Stand, Begehungsprotokolle, Unterweisungen, Prüffristen, Unfälle, ASA-Protokolle, offene Maßnahmen, Betriebsstruktur und Gefährdungsschwerpunkte.
- Typische Lücken?
- Vertrag startet ohne Begehung, alte GBU ungeprüft übernommen, fehlende Abstimmung mit Betriebsarzt, keine Priorisierung der ersten 90 Tage.
- Nächster Schritt?
- Erstes Vertragsjahr, Bestellung und DGUV V2.